Corona in Thailand: Aung vermisst ihre Freunde und die Schule

Aung sitzt draußen im Hof. Sie trägt eine rote Maske mit weißen Hasenköpfen darauf. (Quelle: Kindernothilfe-Partner APCYF)

Aung hat Angst, den Anschluss an ihre Klasse zu verlieren (Quelle: Kindernothilfe-Partner APCYF

Aung ist elf Jahre alt, hat zwei jüngere Geschwister und lebt im Norden Thailands. Sie wurde dort geboren, aber ihre Eltern kommen aus dem Nachbarland Myanmar.  Sie gehören zu einem Volk, das dort unterdrückt wird. Weil sie sehr arm sind, unterstützt sie die Kindernothilfe aus Duisburg, die mit der Thai-Organisation APCYF zusammenarbeitet. Aung erzählt, wie sich ihr Leben durch Corona verändert hat:

„Wegen Corona finden meine Eltern seit Februar keine Arbeit. Jetzt haben wir noch mehr Schulden und kein Geld, um für Notfälle oder die Schulgebühren zu sparen.

Die Schule ist geschlossen, und ich vermisse sie. Die Lehrerinnen und Lehrer sagen, wenn die Pandemie nicht aufhört, werden sie uns online unterrichten. Das macht mir Sorgen – ich habe weder Laptop noch Internet. Ich kann die Infos über mein Handy bekommen, aber die Telefonverbindung ist nicht stabil. Es ist auch teuer, wenn ich das Guthaben auf meinem Handy aufladen muss. Ich weiß nicht, ob ich online lernen und mit meiner Klasse mithalten kann. Ich fühle mich sehr einsam und vermisse meine Freunde.

Die Leute von APCYF  informieren uns über Corona, wie man sich davor schützen kann, wie man sich die Hände wäscht und Desinfektionsmittel herstellt. Sie haben uns auch Stoff gegeben, damit wir Masken nähen können. Die verteilten wir an andere Kinder hier.

Kinder mit Masken stehen hintereinander in einer Reihe (Quelle: Kindernothilfe-Partner)

Aungs Jugendgruppe hat Masken für die Kinder im Dorf genäht (Quelle: Kindernothilfe-Partner)

Vor Corona hab ich die APCYF -Jugendgruppe für Migrantenkinder besucht. Ich war gern dort – was wir dort gelernt haben, z. B. über Kinderrechte und den Schutz von Kindern vor Gewalt, haben wir an andere Migranten weitergegeben. Ich hoffe, dass Corona bald vorbei ist.

Hilfe für Aungs Familie

Einwanderer bekommen in Thailand keinen Personalausweis und deshalb auch keine Krankenversicherung oder Arbeitserlaubnis. Sie müssen aber Geld verdienen. Aungs Eltern bewirtschaften ein kleines Maisfeld, das sie gepachtet haben. Ihre Mutter ist in einer Frauengruppe, die von dem Kindernothilfe-Partner APCYF unterstützt wird. Die Frauen sparen gemeinsam Geld, von dem sich nacheinander jede etwas leihen darf. Aungs Mutter hat damit Dünger gekauft. Mit dem Verkauf des Mais hätte sie den Kredit zurückzahlen können. Aber wegen einer Dürre war die Ernte schlecht, und das ganze Geld ging für das tägliche Leben drauf. APCYF unterstützt die Familie, damit sie über die Runden kommt.

Grüne Berglandschaft im Norden Thailands (Quelle: Kindernothilfe-Partner APCYF)

Aungs Dorf liegt im Norden Thailands in den Bergen (Quelle: Kindernothilfe-Partner APCYF)